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ORGELMUSEUM
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Das zweigeschossige Museumsgebäude realisiert einen Entwurf des münsterschen Architekten Peter Hinz in funktioneller Gliederung: Im Erdgeschoss befindet sich der Demonstrationsraum, ein Auditorium mit Platz für Gruppen bis zu dreißig Personen. Dieser beherbergt einen Großteil der Instrumente und Objekte, deren Ausstellung findet im Obergeschoss/Galeria ihre Fortsetzung. Am Ende der Galeria befindet sich die Bibliothek.

Die lange Tradition des Unternehmens stellte eine wesentliche Hilfe beim Aufbau dieses Museums dar. Allerdings war die Intention seines Begründers nicht die Dokumentation der eigenen Firmengeschichte, sondern die der Entwicklungsgeschichte der Orgelbaukunst: Geschichte, Bau und Funktion der Pfeifenorgel.

   

Orgelmuseum auf dem Betriebsgelände der Firma Fleiter
in Münster-Nienberge.

 

Dort, wo die eigene Firmengeschichte die Entwicklung der Orgelbaukunst bereichern durfte, zum Beispiel durch eigene Erfindungen und Patente der jeweiligen Firmeninhaber, ist dies in der Ausstellung dokumentiert. Dieses Museum entstand also nicht als Produkt einer Sammelleidenschaft, sondern aus dem Bestreben, die oben geschilderten Zusammenhänge umfassend darzustellen und zu dokumentieren. Darüber hinaus ist diese historische Sammlung der wissenschaftlichen Forschung dienlich. Deswegen verzeichnet der Museumskatalog der Stadt Münster das Orgelmuseum Fleiter in Münster-Nienberge in seinem Register.

Die Exponate

Kernstück der Sammlung ist ein Original aus den Gründerjahren der Firma Fleiter (1880), ein einmanualiges Instrument mit selbstständigem Pedal und einer mechanischen freien Kombination im neugotisch geschnitzten historischen Eichengehäuse:

Der Nachbau eines Modells der Wasserorgel (Hydraulos), der römischen Orgel von Aquincum (zu Anschauungszwecken sind die Wasserbehältnisse sowie die beiden Zylinder aus Glas gefertigt!), die Nachbildungen eines Baseler Tischpositivs (16.Jh), eines Portativs und eines Regals fehlen ebenso wenig wie ein Shéng (eine Mundorgel, die in China bereits um 2700 v. Chr. bekannt war - noch heute sind ähnliche Instrumente in Nordthailand in Gebrauch).

Das Shéng ist hier nur eines der eindrucksvollen Zeugnisse der Entwicklungsgeschichte durchschlagender Zungen ebenso wie der schottische Dudelsack und das Wanderharmonium fahrender Spielleute des 19. Jahrhunderts.

  Fleiter-Orgel von 1880
 
  Modell einer Springlade um 1700
Gesellenstück 1991
         
   

Neben diesen „spielbaren“ Instrumenten finden sich aber auch zahlreiche praktische Detailobjekte wie Modelle unterschiedlichster Windladensysteme: Schleiflade, Springlade, Kastenlade, Kegellade, Membranlade, verschiedene Taschenladen und eine Kapsellade, letzteres eine Erfindung vom Urgroßvater Fleiter.

    gekürzt aus: Ars Organi, 4/2002

Verschiedene Winladensysteme